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Einladung an die Absolventen der Lehrgänge zur Philosophischen Praxis:
  

„Philosophie und Wirtschaft” (2. Treffen)


  

Freitagabend, 16. Nov., bis Sonntagmittag, 18. Nov. 2018

  
Das Thema:
  

Tugenden: Das Selbstbewußtsein der Wirtschaftenden


  
Das nächste, inzwischen zweite Treffen der Gruppe „Philosophie und Wirtschaft” für Absolventen der bisherigen Lehrgänge ist anzukündigen. Wobei das Thema, das in den Mittelpunkt unseres Wochenendes gestellt werden soll, bereits entschieden ist, denn die Teilnehmer der 1. Runde haben beschlossen, es sollten „die Tugenden” behandelt werden - auch wenn der (ehemals höchst angesehene, nicht nur in der Philosophie strahlende) Begriff der Tugend manchen heute "veraltet" oder "angestaubt" anmuten mag. Es nützt nichts: Es gibt bisher keinen anderen Begriff, der den überkommenen abgelöst oder sich statt dessen durchgesetzt hätte.
Wir haben in jener ersten Runde bemerkt, daß Verhaltensweisen, wie sie heute strenger als je in Betrieben gefordert werden im Umgang der Menschen miteinander ‒ Verhaltensweisen oder besser noch: Einstellungen, Haltungen ‒, in klassisch überlieferter Terminologie im Grunde nichts anders als „Tugenden” sind.
Sehr deutlich, fast schon aufdringlich deutlich wird dies, sobald wir den Verlauf der #Metoo-Debatten verfolgt haben: Dort werden Erwartungen kodifiziert, die in ihrer Feinjustierung keineswegs als "moralische Grundsätze" oder "ethische Regeln" faßbar sind, sondern nur als Tugenden beschrieben und geschildert werden können. Es wird also mit Unternehmensführern und Personalverantwortlichen zu klären sein, was eigentlich die Orientierungen im Umgang der Menschen miteinander im Betrieb sein können, sein sollten.
Wir sollten auch nicht vergessen, daß Forderungen und Erwartungen, wie sie heute forciert erhoben und gehegt werden, etwa "Teamfähigkeit", "Kommunikationskompetenz" oder "Flexibilität" - um das schreckliche und mißverständliche Wort "Empathie" zu vermeiden ... -, eben dies sind: Tugenden nämlich, wenn auch höchst strittige, bezweifelbare. Doch genau darüber wird nachzudenken sein: Welche der heute propagierten Verhaltensnormen verdienen es, als Tugenden anerkannt und gefördert zu werden?
Denn manches, was da im Gestus der Selbstverständlichkeit als Tugend ausgelobt wird, versteht sich in Wahrheit kaum "von selbst". Ein Beispiel: Sonja Mikich berichtet in der FAZ vom 16. Okt. in der FAZ im Sinne eines "persönlichen Rückblicks auf #metoo" - sie hat an der "Aufarbeitung von Vorwürfen sexueller Belästigung im WDR" maßgeblich mitgewirkt -, wie schwierig sich die Etablierung eines erwartungskonformen Verhaltens in einem so großen Betrieb wie dem WDR gestaltet. Und dann fällt in dem umfangreichen Artikel ein einziges Mal der Begriff Tugend: "Störenfried zu sein ist eine demokratische Tugend." Darüber läßt sich diskutieren ...

Wie auch sonst wird der Freitagabend-Vortrag - für das Wochenende zugleich der Auftakt - ebenfalls dem Thema gewidmen sein. Die genaue Formulierung ist allerdings noch nicht fixiert.

Ich habe einmal eine kleine Auswahl von Texten zum Thema, die sich in der hiesigen Bibliothek vorfinden, zusammengestellt, die ich anhänge, falls der eine oder andere, der an dem Wochenende teilnehmen wird, sich etwas davon zur Vorbereitung ausleihen möchte, ggf. sogar, um von seinem Leseeindruck in der Gruppe zu berichten ...

Literatur (Auswahl):

Achenbach, Die Philosophische Praxis und die Tugenden. In: drs., Zur Einführung ..., S. 457-468 (Eröffnungsvortrag zum 4. Internationalen Kongreß zur Philosophischen Praxis, 1998 in Bergisch Gladbach, der insgesamt dem Thema "Tugend" gewidmet war.)

Achenbach, Lebenskönnerschaft (darin vor allem der 1. Teil: "Lebenskönnerschaft und die Tugenden")

Asserate, Manieren (2003)

Bollnow: Wesen und Wandel der Tugenden (1958)

Comte-Sponville, Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben. Ein kleines Brevier der Tugenden und Werte (1996)

Guardini, Tugenden (1963)

MacIntyre, Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart (1987)

Montaigne, Essays. Darin: Von der Tugend (XXIX) .

Seneca, Briefe an Lucilius
66. Die Tugend als höchstes Gut auch unter den größten Schmerzen
71. Die Tugend als höchstes Gut
74. Die Tugend als einzig wahres Lebensgut
76. Die Tugend als einzig wahres Gut
92. Der allein unbedingte Wert der Tugend

Walter Schulz, Grundprobleme der Ethik
Darin: Allgemeine Leitlinien des ethischen Verhaltens; Tugendethik und Regelethik

Stäblein (Hg.): Moral [Wissenschaftl. Buchgesellschaft]
Darin: Bernd Nitzschke, Von weiblichen und männlichen Tugenden und von dem, was der Auffassung widerspricht, sie seien natürlich, gottgewollt oder guten Willens zu dekretieren

Wickert, Das Buch der Tugenden (1995)

Seel, Martin, Humor als Laster und als Tugend (Merkur 641/642)
Seel, Martin, 111 Tugenden und Laster. Eine philosophische Revue (2012)



Zum Ablauf des Wochenendes:

Wir beginnen am Freitag abends mit einem Freitag-Vortrag von mir zum Thema. Wer gern etwas früher, sagen wir zum Abendessen, kommen möchte, mag das vorher melden; wir sind dann darauf eingestellt.

Am Samstag haben wir im üblichen Zeitrahmen Gelegenheit, die Thematik gemeinsam im Gespräch zu entwickeln und zu konkretisieren, auch Interventionsformen zu diskutieren, die sich praktisch erproben ließen. (Beginn: 9:30 Uhr. Mittag von 13:00 - 15:30 Uhr. Abendbüfett gegen 18:30 Uhr.)

Welchen zum Thema passenden Film wir am Abend sehen, ist noch nicht entschieden. Vorschläge sind willkommen!

Am Sonntag steht uns zum Abschluß noch der Vormittag für die Arbeit zur Verfügung. Und schließlich werden wir entscheiden, welche weiteren, nachfolgenden Themen sich aus dem Verlauf unseres ersten Gesprächs ergeben.

Zu den Kosten:

Als Seminarbeitrag berechnet die GPP für das Wochenende 150 €. Für die Rundum-Versorgung während des Seminars und abends mit Getränken und Snacks sowie für das Abendbüfett am Samstag (für die, die mögen, auch für das Frühstück am Samstag und Sonntag morgens) veranschlagen wir einen Unkostenbeitrag von 50 € in die bereitstehende Kasse. Dazu kommen 25 € für den Freitag-Vortrag.

Zur Teilnahme ist die vorherige Anmeldung nötig. Meldet Euch formlos per post@gerd-achenbach.de oder ruft an: 02202 951903.

 




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