„... mich ekelt vor allem, was Wissen heißt”
Kleist und Kant - anläßlich des 200. Todestags von Kleist am 21. Nov.
Freitag-Vortrag am 18. November 2011
Referent: Dr. Gerd B. Achenbach
Kleists Abschiedsbrief an seine Schwester
An Fräulein Ulrike von Kleist Hochwohlgeb. zu Frankfurt a. Oder
Ich kann nicht sterben, ohne mich, zufrieden und heiter wie ich bin, mit der ganzen Welt, und somit auch, vor allen anderen, meine teuerste Ulrike, mit Dir versöhnt zu haben. Laß sie mich, die strenge Äußerung, die in dem Briefe an die Kleisten enthalten ist, laß sie mich zurücknehmen; wirklich, Du hast an mir getan, ich sage nicht, was in Kräften einer Schwester, sondern in Kräften eines Menschen stand, um mich zu retten: die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war. Und nun lebe wohl; möge Dir der Himmel einen Tod schenken, nur halb an Freude und unaussprechlicher Heiterkeit dem meinigen gleich: das ist der herzlichste und innigste Wunsch, den ich für Dich aufzubringen weiß.
Dein Heinrich
Stimmings bei Potsdam,
d. - am Morgen meines Todes
(Kleist, Heinrich von
Werke und Briefe, Bd. 4, Briefe, Berlin, Weimar 1978)
Näheres zum Abend, zur Anreise, Kosten etc. siehe hier [1].

