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Das philosophische Wintersemester 2026/2027
Sechs Abendvorträge und ein Wochenende
zu einem Thema: Weisheitslehren
Das Haus der Philosophischen Praxis im Ultental/Südtirol, von wo aus die sechs Vortrräge per Zoom übertragen werden.[Diese Veranstaltungsreihe ist zugleich Bestandteil des neu aufgelegten Lehrgangs zur Philosophischen Praxis!]
Um sogleich einige Mißverständnisse auszuräumen: Hören wir den, der mit jeglicher Betulichkeit, wie sie den Weisheitssprüchen der Küchenkalender anhaftet, aufgeräumt hat: Nietzsche. Dann ahnen wir, was ich mir für die sechs Abende unter dem Titel „Weisheitslehren” vorgenommen habe:
Und gleich noch, gewissermaßen zur Bekräftigung, ein weiteres Zitat dieses Ausnahmephilosophen, das aufzufassen ist wie ein Wegweiser ...:
Was bedeutet uns heute philosophisch leben, weise-sein? Ist es nicht fast ein Mittel, sich gut aus einem schlimmen Spiele herauszuziehn? Eine Art Flucht? Und wer dergestalt abseits und einfach lebt, ist es wahrscheinlich, daß er damit seiner Erkenntnis den besten Weg gewiesen hat? Müßte er es nicht persönlich mit dem Leben auf 100 Arten versucht haben, um über seinen Wert mitreden zu können? Genug, wir glauben, daß Einer ganz und gar ›unphilosophisch‹, nach den bisherigen Begriffen, gelebt haben muß, vor allem nicht als scheuer Tugendhafter ‒ um über die großen Probleme aus Erlebnissen heraus zu urteilen. Der Mensch der umfänglichsten Erlebnisse, der sie zu allgemeinen Schlüssen zusammendrängt: müßte er nicht der mächtigste Mensch sein? ‒ Man hat den Weisen zu lange mit dem wissenschaftlichen, und noch länger mit dem religiös-gehobenen Menschen verwechselt.
Auch das Originalton Nietzsche. Und da aller guten Dinge drei sind (auch so ein dümmlicher Spruch), noch dies zur Ergänzung:
Zumal diese letzte Notiz deutet bereits an, was später zur Frage der Weisheit in der Philosophischen Praxis wurde ...
Aber: An diesen sechs Abenden werden wir selbstverständlich nicht mit Nietzsche beginnen, sondern dort, wo zuerst und zunächst von der Weisheit hoch gedacht wurde, wo sie geradezu als der Inbegriff gelungener Menschwerdung galt: in der Antike, bei den Römern und nicht zuletzt im fernen Osten, etwa bei Konfuzius.
Und dann wird uns diese tour d’horizon natürlich über Montaigne, die Französischen Moralisten, Spinoza, Kant, Hegel und Schopenhauer, Wittgenstein (und viele andere) Schritt für Schritt bis zu uns und unsere Gegenwart führen, in der ‒ wie es aussieht ‒ gar keine Stelle für Weisheit vorgesehen ist.
Doch eben darum: Versuchen wir, Platz für sie zu schaffen! Denn, wenn irgendetwas heute nötig ist, weil es fehlt, dann ist es eben dies: Weisheit.
Um aber zum Schluß noch mein Lieblings-Zitat zur Weisheit hierher zu setzen, so verdanken wir es Hegel ‒ wen wundert’s?
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Organisatorisches:
Es gibt vier Möglichkeiten, an den Veranstaltungen teilzunehmen:
1. Sie können an einzelnen Veranstaltungen per Zoom teilnehmen, zu denen Sie sich jeweils anmelden - dann erhalten Sie, nach Eingang der Teilnahmegebühr von 20 €, den Zuschaltcode.
2. Sie können auch das gesamte Wintersemester, also die ganze Vortragsreihe buchen. Dann erhalten Sie jeweils vor den Vorträgen per Mail Materialien zum Thema zugeschickt und, soweit fertiggestellt, die schriftliche Fassung der Vorträge im Anschluß. Für diese erheblich erweiterte Form der Teilnahme - auch mit Literaturempfehlungen zum eigenständigen Studium - sind vor Beginn der Reihe 200 € an die ausrichtende GPP zu zahlen. Die Semester-Teilnehmer erhalten dann jeweils vor Beginn der Abendvorträge automatisch den Zuschaltcode zugeschickt. (Die Kosten für das „Philosophisch-literarische Neujahrswochende” werden separat berechnet.)
3. Sie nehmen, statt per Zoom, an einem der Orte - etwa bei Dr. Thilo Hashemi in Düsseldorf - teil, wohin dann in einer zusammengekommenen Runde die Übertragung des Vortrags gemeinsam gesehen und gehört und im Anschluß daran darüber im Kreis gesprochen wird.
4. Sie sind gemeldeter und aufgenommener Teilnehmer des neu aufgelegten Lehrgangs zur Philosophischen Praxis, der Weiterbildung, die auf die Arbeit als philosophischer Praktiker vorbereitet. Siehe dazu ausführlich hier.
Über die Anmeldemodalitäten demnächst alles weitere hier.
Dazu als Ergänzung und Vervollständigung:
Das diesjährige „Philosophisch-literarische Neujahrswochende” im Gästehaus des Klosters Steinfeld in der Eifel -
zum Thema: „Weisheitslehren ‒ literarisch und philosophisch”
Wie das? wird mancher fragen. Weisheitslehren "literarisch-philosophisch"? Ergibt das einen Sinn?
Allerdings. Ich schalte dafür nur zwei Zitate ein, zunächst eine Notiz von Walter Benjamin, danach einen Gedanken von Adalbert Stifter, dann wird deutlich, was ich mir für dieses Neujahrswochenende vorgenommen habe:
Wenn ich je einige Weisheit gelernt habe, so habe ich sie nicht aus den eigentlichsten Weisheitsbüchern, am wenigsten aus den neuen - jetzt lese ich gar keine mehr - gelernt; sondern ich habe sie aus Dichtern genommen, oder aus der Geschichte, die mir am Ende wie die gegenständlichste Dichtung vorkömmt.
(Stifter, Der Nachsommer)
In eben diesem Sinn werden literarische Texte - philosophisch weisheitsempfänglich gelesen - mit philosophischen Grund- und Primärtexten in ein wechselseitig erhellendes Gespräch gebracht werden. Ein Wochenende als außerordentliche Exkursion und geistiges Abenteuer ...
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Die Termine des „Wintersemesters” 2026/27:
1. Freitag, 27. Nov. 2026, 20:00 Uhr
Die Weisheit des Sokrates
2. Freitag, 11. Dez. 2026, 20:00 Uhr
Das Abend- und das Morgenland, dazu der ferne Osten.
Die Stoa, „TausendundeineNacht” sowie Konfuzius u. a..
Als Mitte und Zentrum des Semesters:
Das „Philosophisch-literarische Neujahrswochende”:
Weisheitslehren ‒ literarisch und philosophisch.
8. bis 10. Januar 2027 im Gästehaus des Klosters Steinfeld in der Eifel.
3. Freitag, 22. Jan. 2027. 20:00 Uhr
„Hast du dein Leben zu bedenken und zu führen gewußt?
so hast du das größte aller Werke vollbracht.” (Montaigne)
Montaigne und die französischen Moralisten u. a..
4. Freitag, 26. Feb. 2027, 20:00 Uhr
„Der praktische Philosoph, der Lehrer der Weisheit durch Lehre und Beispiel,
ist der eigentliche Philosoph.” (Kant)
Wie die große Philosophie Kants und Hegels von der Weisheit dachten.
5. Freitag, 12. März 2027, 20:00 Uhr
Weisheit radikalisiert: Schopenhauer, Nietzsche, Wittgenstein.
6. Freitag, 16. April 2027, 20:00 Uhr
Weisheit als leitende Idee der Philosophischen Praxis.
Zugleich eine ehrerbietige Kritik Adornos.
(Änderungen vorbehalten)
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Start eines neuen Lehrgangs zur Philosophischen Praxis
Das „philosophische Wintersemester” 2026/27 startet ...
Das neue Buch ist erschienen: „Philosophie der Philosophischen Praxis”
Das Buch: „Zur Einführung der Philosophischen Praxis”
Meine Dissertation über Hegel
1981 in Gießen bei Odo Marquard zum Thema „›Selbstverwirklichung‹ oder ›Die Lust und die Notwendigkeit‹. Amplifikation eines Hegelschen Kapitels aus der ›Phänomenologie des Geistes‹” abgelegt, ist ab jetzt hier im pdf-Format
Audio-CDs sortiert
Die Texte und Tonträger der Philosophischen Praxis ab sofort nach Themen und Namen sortiert! Stöbern Sie im Katalog.
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