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„Die Wahlverwandtschaften” von Johann Wolfgang von Goethe

„Die Wahlverwandtschaften”  von Johann Wolfgang von Goethe
28.08.2013, 19:00 Uhr
Villa Zanders
Konrad-Adenauer-Platz 8
51465 Bergisch Gladbach
Eine Philosophie als Roman (Vortrag zum Geburtstag Goethes)
Um nicht selber überschwänglich werden zu müssen bei der Ankündigung dieses Romans, der mir seit langem schon der bedeutendste und darum liebste der Weltliteratur ist, lasse ich schlicht Thomas Mann für mich einspringen:

„›Die Wahlverwandtschaften‹ sind der kühnste und tiefste Ehebruchsroman, den die moralische Kultur des Abendlandes hervorgebracht hat ..., nach Sprache, Geist, Haltung, Gesinnung ein ... Werk höchster Gesittung; ... ein Werk von zarter und unerbittlicher Kenntnis des Menschenherzens, so ausgeglichen in Güte und Strenge, Klarheit und Geheimnis, Klugheit und Ergriffenheit, Form und Gefühl, daß wir es nur mit Staunen das unsere nennen.”
An anderer Stelle entschied Thomas Mann über diesen Roman Goethes, er sei „ein Wunderding an Geglücktheit und Reinheit der Komposition, an Reichtum der Beziehungen, Verknüpftheit, Geschlossenheit”. Was gäbe es da zu ergänzen?

Vielleicht einen Kommentar des Dichters Joseph von Eichendorff:

Goethes „unmittelbar aus der Gegenwart gegriffenen Romane: Werther, Wilhelm Meister und die Wahlverwandtschaften, sind ein fortlaufendes Epos der Bildung des Jahrhunderts, ihrer Leiden und Freuden, ihrer Irrtümer und Laster. Was seinen Helden fehlt, fehlt seiner Zeit, und kann nicht dem Dichter, sondern uns zum Vorwurf gereichen; und jedenfalls wird man aus jenem historischen Romanzyklus für alle Zukunft diese Zeit besser als aus den Geschichtsbüchern studieren und verstehen können.”

Nur eines ist noch hinzuzusetzen: Was Goethe als das Empfinden, Denken, Urteilen, kurz als das Leben seiner Zeitgenossen wahrnahm, ist in all seiner Konfusion, Haltlosigkeit und Ausgesetztheit noch immer das unsere. Und so begegnen wir uns selbst, sofern wir diesen Roman in geeigneter Weise zu entziffern vermögen. Dann gilt: In abgründig unterhaltsamer Weise werden wir über uns selbst aufgeklärt.Das nenne ich: den Roman philosophisch lesen.
Nicht zuletzt enthält der Roman durch „Ottiliens Tagebuch” und die ihm anvertrauten „Maximen und Reflexionen”, sonst auch Aphorismen genannt, einen philosophischen Kern, der uns beschäftigen wird.

Ich zitiere hier einige Beispiele:

„Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.”

„Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der möglich ohne Liebe.”

„Gegen große Vorzüge eines andern gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe.”

„Alles Vollkommene in seiner Art muß über seine Art hinausgehen, es muß etwas anderes, Unvergleichbares werden.”

In diesem Sinne sind Goethes „Wahlverwandtschaften” mehr als „nur” ein Roman: Dieses Werk ist eine Philosophie in Gestalt eines Romans.

Eintritt: 10,- / 8,- €.

Zuvor, um 18:00 Uhr, gibt es eine Führung durch die aktuelle Ausstellung "Wahlverwandtschaften" in der Villa Zanders, die Frau Dr. Petra Oelschlägel leitet.

Kartendarstellung:
Startadresse (Ort, Strasse):
 
 




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