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Treffen Philosophische Praxis Januar 2012 [Philosophische Praxis Gerd B. Achenbach] || nach oben springen || Startseite Achenbach-PP.de

Absolvententreffen in der Philosophischen Praxis

Institutionen (Theorie und Kritik)


Die Unsicherheit als das Stigma der Moderne


Und:

Eine Krankheit wird "institutionalisiert": Burnout



vom 20. -22. Januar 2012 in Bergisch Gladbach

Inhalte

Zugegeben: Das ist eine etwas zusammengebastelte Thematik, was sich daraus ergibt, daß ich versucht habe, alle Anregungen für das bevorstehende Treffen zu berücksichtigen.
Und dennoch wird sich zeigen: Die Dinge stehen zwanglos miteinander in wechselseitigem Zusammenhang ...

Um einmal mit den Institutionen zu beginnen: Eine Teilnehmerin hat das Thema vorgeschlagen (wahrscheinlich ihrer entzückenden Erfahrungen mit einer Institution geschuldet ...), und sich besonders den Vortrag des Jacob Taubes gewünscht, der in dem von H. Schelsky herausgegebenen Band „Zur Theorie der Institutionen” 1970 erschienen ist.
Nun schätze ich Taubes sehr, und die meisten werden wissen, daß ich in einem engen Verhältnis zu ihm stand. Er war wiederholt bei uns in den Freitag-Vorträgen zu Gast, hat außerdem kurz vor seinem Tod (1987) für längere Zeit bei uns gewohnt ‒ zusammen mit Peter Sloterdijk, der sich damals übrigens bei Taubes, so meine Deutung, „religiös infizierte”.

Ich habe zum Auftakt des Wochenendes den Taubes-Vortrag im Freitag-Seminar - Mitschnitt siehe hier - vorgestellt. Andererseits muß ich schon jetzt den Einwand anhängen: Taubes - ein stets polemisch geneigtes Gemüt - hat seine Invektiven gegen die Institutionen seinerzeit als gezielten Angriff auf den zweifellos prominentesten Denker der Institutionen inszeniert: auf Arnold Gehlen. Und wenn Taubes „kritisierte”, wollte er „erledigen”. Damals, 1970, war Arnold Gehlen die wahrscheinlich stärkste und überzeugendste Stimme, die gegen das Lager der 68-er aufgeboten wurde. Daran muß man sich erinnern, soll die Schärfe des Angriffs verstanden werden.

Also habe ich zuvor - am vorangehenden Freitag - erst einmal diesen grundlegenden Theoretiker der Institutionen, nämlich Arnold Gehlen selbst, zum Zuge kommen lassen.
Einen CD-Mitschnitt des Freitag-Vortrages gibt es hier.
Vor allem aber: Erst auf der Folie der Institutionen-Theorie des Anthropologen Gehlen kommt das andere und zweite Thema, das aus Eurem Kreis vorgeschlagen wurde, mit hinein: Sicherheit. Es ist nämlich eine der hauptsächlichsten Funktionen der Institutionen, Berechenbarkeit und Sicherheit in ein ansonsten ausgesetztes und „riskiertes” Leben des Menschen zu bringen.
Und Gehlen sah kommen, daß die Emanzipation von den Institutionen den Unsicherheitslevel erheblich erhöhen wird.

Zum Thema „Unsicherheit” - beziehungsweise „Lebensmythos Sicherheit” zogen wir zur Lektüre für alle u.a. Leszek Kolakowski heran mit seinem Beitrag, der bereits 1975 im MERKUR erschienen war und mich damals sogleich sehr stark angesprochen hatte. Wenn man einige Patina, die sich seither auf ihm abgesetzt haben mag, einmal abzieht, ist er seiner Grundsätzlichkeit wegen, meine ich, noch immer lesens-, und das heißt bedenkenswert.
Schließlich hat Indra den Themen-Komplex „Burnout” vorgeschlagen - wobei sie zugleich das Modernitätszugeständnis anfügte, es ließe sich dabei wohl auch über das „Boreout-Syndrom” sprechen, jene Überforderung am Arbeitsplatz durch Unterforderung oder Langeweile ... („boring” = langweilig; boredom = Langeweile).
Wie sich im Gespräch während des Wochenendes zeigte, ließen sich beide bisherigen Gesichtspunkte auch mit diesem Thema verbinden: Die Burnout- und Boreout-Fallen schnappen zu, solange die Sicherheit des Arbeitsplatzes die oberste Priorität innehat. Zugleich aber ließ sich an den „modischen” Krankheiten das bemerkenswerte Phänomen der „Institutionalisierung einer Krankheit” studieren ‒ und bedenken, was die (zum Teil) fatalen Folgen solcher „offiziellen Anerkennung als Krankheit” sind.




Technisches:

Der Freitag-Vortrag ist idealerweise der Auftakt des Wochenendes, wobei Ihr als Teilnehmer am Absolvententreffen nur einen ermäßigten Abendpreis (hauptsächlich für die Bewirtung) von 15,- statt der 25,- € zahlt.

Die Arbeit beginnt dann am Samstag um 10:30 Uhr und endet am Sonntag mittag. Über die Gestaltung des Samstag Abend machen wir uns noch Gedanken. Auf jeden Fall aber gibt’s wie immer abends ein reichlich bestücktes Büffet.
Wer aus seiner Arbeit berichten möchte, um Resonanz im Kreis zu bekommen, ist dazu herzlich eingeladen.
Wer zu den ausgeschriebenen Themen etwas beitragen mag ‒ Gedanken, Erfahrungen, Fragen ‒, ist auch dazu herzlich eingeladen.

Kosten für das Seminar: 100 €.
Für die Bewirtung mit Essen, Getränken und Abendbüffet erbitten wir eine Kosten-Pauschalbeteiligung von 20 €.
 




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