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Lektüreseminar Nietzsche in Wien 2021 [Philosophische Praxis Gerd B. Achenbach] || nach oben springen || Startseite Achenbach-PP.de

Zum Lektüreseminar an der Universität Wien im Rahmen des Postgraduierten-Lehrgangs zur Philosophischen Praxis

Freitag, 12.02.2021 und Samstag, 13.02.2021
9:00 - 17:30 Uhr bzw. 9:00 - 16:00 Uhr


Nietzsche

Nietzsche an zwei knappen Tagen ...? Nein, das ist selbstverständlich unmöglich. Und so ist die Vorstellung, die sich mit diesem Seminar verbindet, auch wirklich eine andere: An diesen zwei Tagen sollen lediglich die „Früchte” zusammengetragen und ausgeteilt werden, die den Teilnehmern die vorherige Lektüre Nietzsches eingebracht hat. Nicht des „ganzen” Nietzsche allerdings, sondern vornehmlich des jungen und frühen Nietzsche, jenes „freien Geistes”, der sich im Nachgang zu den französischen Moralisten aphoristisch, gewagt, oftmals hinterlistig, nicht selten mit einem zweiten und dritten Gedanken „derrière la tête” als Menschenkenner erwies und als „Psychologe” eigener Provenienz, der mithin noch nicht am Gängelbande einer „wissenschaftlichen Psychologie” kurz gehalten wurde.
Kaum ein anderer Philosoph der großen Tradition, bei dem sich im selben Maße Beute für die Philosophische Praxis machen ließe ‒ Schopenhauer und Kierkegaard, die beiden anderen Riesen und Wegbereiter einer lebenspraktisch beanspruchten Philosophie, für den Moment einmal beiseite gelassen ...
Hier als Wink, wie wir Nietzsche lesen werden, mit zwei Zitaten, die ich mir zu diesem Zweck bei ihm ausleihe:
„Die einzige Kritik einer Philosophie, die möglich ist und die auch etwas beweist, nämlich zu versuchen, ob man nach ihr leben könne, ist nie auf Universitäten gelehrt worden: sondern immer die Kritik der Worte über Worte.”
Und:
„Das Product des Philosophen ist sein Leben (zuerst, vor seinen Werken). Das ist sein Kunstwerk. Jedes Kunstwerk ist einmal dem Künstler, sodann den andern Menschen zugekehrt. ‒ Welches sind die Wirkungen des Philosophen auf die Nichtphilosophen ...?”

Leistungsbeurteilung:

Zur Leistungsbeurteilung herangezogen werden Anwesenheit, Beteiligung, schriftliche Arbeiten und/oder mündliche Präsentationen.
Ein Referat von ca. 20-30 Min. Länge möchte ich vergeben, das Nietzsches hohes Lied auf „Schopenhauer als Erzieher“ vorstellt.
Ansonsten deutlich kürzere Referate (allenfalls 15 Min. und entsprechende Textlänge) zu ausgewählten Denkstücken aus den unten angegebenen Werken Nietzsches.Eine Liste solcher Prosa-Fragmente geht den Teilnehmern des Kurses in Kürze zu.
Diese Referate sollten in schriftlicher Kurzform vor dem Seminar eingereicht werden.
Es wird allerdings nur eine kleine Auswahl von Referaten im Seminar zum Vortrag kommen.
Der Sinn dieser Arbeiten ist nicht, sich eine „Note“ zu erwerben, sondern zu lernen, von den Eindrücken, die sich aus der Lektüre Nietzsches ergaben, in schriftlich überzeugender Form Rechenschaft abzulegen. Insofern ist auch nicht gefragt, „was Nietzsche geschrieben hat“, sondern was er dem Referenten „zu denken gab“.
Begrüßenswert wäre, ließe sich diesen Berichten nicht nur entnehmen, wie jener eine Text, der speziell zugrunde liegt, sich niederschlug, sondern welche Wirkungen insgesamt die Texte dieses Seminars auslösten, also etwa, was dem Betreffenden die Begegnung mit Nietzsche überhaupt bedeutete. Das (allerdings unerreichbare) Vorbild dafür ist auch hier Nietzsches „unzeitgemäße Betrachtung”, die „Schopenhauer als Erzieher“ würdigt.

Literatur:

Friedrich Nietzsche, „Schopenhauer als Erzieher” („Unzeitgemäße Betrachtung” III)
Friedrich Nietzsche, „Menschliches, Allzumenschliches”
Friedrich Nietzsche, „Morgenröthe”
Friedrich Nietzsche, Auszüge aus "Die fröhliche Wissenschaft"

Die französischen Moralisten, 2 Bde., hg. von Fritz Schalk

Gerd B. Achenbach, „Auch der Mutigste von uns hat nur selten den Mut zu dem, was er eigentlich weiß ...” in: Philosophische Praxis als Existenzmitteilung, hg. v. T. Gutknecht, H. Bennent-Vahle, D. Schmalfuß, (= Jahrbuch der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis; 6) Berlin 2015, S. 69-82. (Vortrag zur Eröffnung des Kolloquiums der IGPP in Weimar am 25.190.2013, das der Philosophie Nietzsches gewidmet war.) [Als pdf-Dokument auch hier.

Die Textauszüge hier:

Aus "Menschliches, Allzumenschliches" hier ,
aus "Morgenröthe" hier ,
und Auszüge aus "Die fröhliche Wissenschaft" hier .
Außerdem: Nietzsche zur Psychologie: hier .
.

 




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