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Aus "Wikipedia" (Stand 3. Aug. 2011):

Nicolás Gómez Dávila (* 18. Mai 1913 in Bogotá; † 17. Mai 1994 ebd.)

Nicolás Gómez Dávila wurde als Sohn einer wohlhabenden Textilhändlerfamilie spanischer Herkunft in Kolumbien geboren. Als er das schulfähige Alter erreicht hatte, verlegten seine Eltern ihren Wohnsitz nach Paris, um ihm eine humanistische Ausbildung zukommen zu lassen und ihn in die europäische Kultur einzuführen. Er besuchte zunächst eine Schule des Benediktinerordens, bis sein Unterricht bedingt durch zweijährige Bettlägerigkeit, hervorgerufen durch eine schwere Lungenerkrankung, durch Hauslehrer fortgesetzt werden musste. Dávila erlernte Französisch, Englisch, Latein und Altgriechisch. Weiterhin erlernte der Autodidakt Dávila, der nie eine Universität besuchte, im Laufe seines Lebens die Sprachen Italienisch, Portugiesisch, Deutsch und kurz vor seinem Tod, Dänisch. Letztere um Immanuel Kant und Søren Kierkegaard im Original lesen zu können. Im Alter von 23 Jahren kehrte Dávila nach Kolumbien zurück und heiratete Emilia Nieto Ramos, die ihm zwei Söhne und eine Tochter gebar und mit der er bis zu seinem Tod verheiratet blieb. Die Schuljahre in Paris sollten neben einer mehrmonatigen Reise, die ihn im Jahre 1949 mit seiner Frau durch Europa führte (dem er anschließend eine Zukunft als "Mischung aus Bordell, Verlies und Zirkus" prophezeite), sein einziger Auslandsaufenthalt gewesen sein.

Dávila lebte äußerst abgeschieden als Privatgelehrter in einer Villa am Stadtrand von Santa Fe de Bogotá. Seine Bibliothek, die an seinem Lebensende etwa 30.000 Bände in fast allen abendländischen Sprachen zählte, betrachtete er als seine wahre Heimat. Angebotene politische Ämter, wie das des Präsidentenberaters (1958) oder des kolumbianischen Botschafters in London (1974), lehnte er ab. Besuche im Jockey-Club von Bogotá gehörten zu seinen wenigen Teilhaben am öffentlichen Leben. Ebendort stürzte er von seinem scheuenden Pferd, nachdem er versucht hatte, sich im Sattel eine Zigarre anzuzünden. Die aus dem Sturz resultierenden komplizierten Knochenbrüche führten im Alter zu einer Gehbehinderung, die seine Klaustrophilie noch verstärkte. Fortan beschränkten sich seine gesellschaftlichen Kontakte fast ausschließlich auf Einladungen zu sonntäglichen Essen an seinen Freundeskreis aus kolumbianischen Intellektuellen. Dieser Kreis, er selbst und seine Familie waren es, für die Dávila schrieb, der nie besonders interessiert an der Verbreitung seines Werkes war. 1992 reiste der Wiener Verleger Peter Weiß nach Bogotá, um Dávila kennenzulernen und mit ihm über die Rechte an seinem Werk zu verhandeln. Dávila zeigte sich zunächst skeptisch, sagte dann aber zu unter der Bedingung, dass sein Werk vollständig veröffentlicht werde. [1] [2]

Der Stil seines Werkes ist essayistisch-aphoristisch geprägt und damit zwischen Literatur und Philosophie einzuordnen. In seinen Büchern (Notas, Textos, Escolios a un texto implícíto etc.) haben Begriffe wie „konservativ“ und „Reaktionär“ eine positive Bedeutung. Nicolás Gómez Dávila verstand sich als Kritiker des Marxismus, der Demokratie, des radikalen Liberalismus, des ideologischen Faschismus und eines blinden Fortschrittglaubens. Sein Denken wurde in den letzten Jahren vor allem in Deutschland rezipiert und beeinflusste u.a. Botho Strauß, Martin Mosebach, den aus Rumänien stammenden Schriftsteller Richard Wagner und Gerd-Klaus Kaltenbrunner.

[1] Entzauberte Welt, aus: Der Spiegel 06/2006

[2] Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift … Aphorismen, Nachwort des Herausgebers

Stimmen über Dávila, aus Wikipedia übernommen:

    "Sein Denken offenbart sich als ein hochkomprimiertes Notgepäck für den unbefristeten Aufenthalt in eisigen Regionen." (Martin Mosebach)

    "Der Klassenfeind greift zu den teuflischsten Mitteln. Doch: Gruß über den Graben!" (Heiner Müller)

    "Wäre ich nicht Kommunist, ich dächte ganz wie Gómez Dávila." (Gabriel García Márquez)

    "... ich möchte doch, dass diese eine und einzige Stimme, einzige überzeugende der scharfsinnigen Gläubigkeit und Gegenmoderne in unseren Tagen gehört wird. Man mag es zusehends spüren, welche Anziehungskraft von einem Denken ausgeht, das in seinem dichtesten Kern aus Unbefragbarkeit und aus Frommheit besteht ..." (Botho Strauß)

 




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