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Gerd B. Achenbach: "Ein großer Denker und Historiker unserer Zeit: Reinhart Koselleck"

Freitag-Vortrag am 10. März 2006 zur Erinnerung an den am 3. Februar 2006 gestorbenen bedeutenden Historiker und Philosophen. CD Nr. 151
Ein großer Denker und Historiker: Reinhart Koselleck (†)

Inhalt:

Track 1:
Anläßlich seines Todes am 3. Febr. 2006 einleitend einiges zu seiner Person. Wann beginnt eigentlich das Interesse an der Biographie eines Menschen und warum? Gadamer zu Koselleck: ein „denkender Historiker”. Mögliche Gründe seiner politischen Zurückhaltung.
Track 2:
Eine Anekdote zu Kosellecks bekanntestem Begriff: der „Sattelzeit”.
Track 3:
Was mit „Sattelzeit” gemeint ist: Die „Singularisierungen” als Beispiel.
Track 4:
Beziehungen zu Carl Schmitt. Schmitts Empfehlung, in einem Buch „nach dem einen, entscheidenden Satz” zu suchen.
Track 5:
Schmitts „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet” als Leitgedanke auch bei Koselleck: Neuzeitlich blieb die Frage beantwortet, wer herrscht. An die Stelle treten „indirekte Faktoren”. „Anonymisierung” von Herrschaft.
Track 6:
Koselleck wiederholt die Frage Tocquevilles. Darum der Untertitel von „Kritik und Krise”: „Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt”.
Track 7:
Kosellecks Beitrag zur historischen Begriffsgeschichte. Epiktet als Voraussetzung: Nicht die Taten sind es, die die Menschen erschüttern, sondern die Worte über die Taten. Die Semantik der politischen Sprache wird damit interessant. Denn Begriffe sind nicht nur „Indikatoren”, sondern „Faktoren” der Geschichte.
Track 8-10:
Kernthese: Die moderne Welt gerät nicht in die Krise, sie ist die Krise. Und die Krise ist die objektive Seite der „Kritik”: „Die Kritik ist der Vorbote der Krise”.
Track 11:
Zum Artikel „Krise” in: „Historische Grundbegriffe”. Etymologische Gemeinsamkeit von „Kritik” und „Krise”. Das „Jüngste Gericht” als exemplarische Krisis. Inwiefern Krisen urteilsförderlich sind.
Track 12:
Was die Säkularisierung theologischer Begriffe in der Neuzeit bedeutet. Schillers „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht”: Die Geschichte selbst wird zur Dauerkrise.
Track 13:
„Krise” als Signatur des Epochenwechsels. Vier typisierte Hauptbedeutungen des Begriffs „Krise”. 1. Die Situation, die zur Entscheidung drängt. 2. Krise als „letzter Tag”, nach dem nichts mehr ist, wie es war. 3. Krise als Dauer- oder Zustandskategorie. 4. Krise als geschichtsphilosophischer Übergangsbegriff.
Track 14:
Rousseau prophezeit „eine Krisis und das Jahrhundert der Revolutionen”. Daraus schloß Koselleck: "Erfahrungsraum” und „Erwartungshorizont” treten auseinander.
Track 15-16:
Diderots Krisen-Wahrnehmung, wie er sie im Brief an die Fürstin Daschkova von 1771 entwickelt: Der moderne Religionsverlust als Krisenvoraussetzung. Und dann: „Es scheint in Wahrheit, daß alles, das Gute wie das Schlechte, seine Zeit der Reife hat. Wenn das Gute den Punkt seiner Vollkommenheit erreicht, beginnt es sich zum Schlechten zu wenden; ist das Schlechte perfekt, dann wandelt es sich allmählich zum Guten ...”
Track 17:
Die Neuzeit als eigentliche Epoche der Krise, wie sie in keinem deutlicher sich aussprach als in Nietzsche: „Es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen – an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissens-Kollision, an eine Entscheidung, heraufbeschworen gegen alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden war. Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit.”
Track 18:
Die Verschärfung der Krise im ökonomischen Zeitalter. Zugleich finden die Krisen-Euphoriker Zulauf. Der berühmteste ist Schumpeter, dessen Begriff der „schöpferischen Zerstörung” Karriere machte.
Track 19:
Indem die Geschichtsphilosophie die Theologie beerbte, rückten anonyme Mächte in die zentralen Stellen ein, und wir sind unterworfen, ohne zu wissen: wem.

Eine recht gute Ergänzung zu diesem Abend stellt ein Freitag-Vortrag von 2002 dar:

Gerd B. Achenbach: "Das Ende der Kritik".
 
 




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