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Gerd B. Achenbach: Rousseaus „Glaubensbekenntnis” - neu gelesen, neu ausgelegt, für uns Gegenwärtige adaptiert

Freitag-Vortrag am 30. August 2013
CD Nr. 386
„Wenn es Gott nicht gibt, ist der Böse der einzige, der richtig schließt,
der Gute ist nur ein Dummkopf.”
(Rousseau im „Glaubensbekenntnis des Savoyischen Vikars”)

Das berühmt-berüchtigte „Glaubensbekenntnis des Savoyischen Vikars” - seinem „Emile”, dem Buch „Über die Erziehung”, eingefügt - hat sogleich nach Erscheinen für erhebliche Aufregung gesorgt.
Rousseau hatte sich damit zwischen alle damals scharf munitionierten Fronten gewagt:
Bei den Pariser „Philosophen” war er untendurch als Renegat, der noch immer an der Religion festhielt, den Kirchenamtsverwaltern galt er als Rebell und höchst gefährlicher Verführer, also wurde das Werk sofort verboten und öffentlich verbrannt.

Vorbild für die Gestalt des Vikars war übrigens (u. a.) ein junger Abbé, dem das Schicksal zuteil geworden war, in seiner Gemeinde ein Mädchen, das er liebte, geschwängert zu haben: „ein schrecklicher Skandal in der streng verwalteten Diözese”, so später Rousseau wörtlich, da „die Priester nach guten Regeln nur verheiratete Frauen schwängern”.

Was Rousseau aber jener literarischen Figur als religionsphilosophische Ansichten beilegt, sind selbstverständlich seine eigenen Überzeugungen.
 
 




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