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Gerd B. Achenbach: "Einheit in Vielfalt". Über die Chancen Europas

Freitag-Vortrag am 7. April 2006 zu einem Essay des Historikers Rudolf Schieffer über die Schwierigkeiten, die Identität Europas zu fassen. CD Nr. 155
Der Essay, den ich an diesem Abend vorgestellt habe, hat mich bei seinem Erscheinen (am 6.12.2005 in der FAZ) schlichtweg begeistert! Dem Historiker Rudolf Schieffer - er lehrt in München Mittelalterliche Geschichte - sind bei seiner geschichtlichen Durchsicht dessen, was man beispielsweise das „Abendland” oder „Europa” nennt, eine Vielzahl profunder Irritationen und verblüffende Korrekturen üblicher Einschätzungen gelungen. Einen so interessanten Aufsatz, der Fragen nach unserer Identität klärt, bekommt man nur ganz selten zu lesen!

Hier einige Bemerkungen zum Inhalt:

Schieffer erinnert daran, daß bisher die europäischen Nationalstaaten zur Festigung ihrer Identität auf ihre Historie zurückgriffen, sofern sie diese Geschichte nicht eigens zu erfinden hatten (Reizende Beispiele: Belgien, Serbien, Italien, Deutschland).
Eine Geschichte Europas hätte hingegen zwingend auf vormoderne Epochen zurückzugreifen. Dabei zeigt er u. a., wie wenig der beliebte Verweis auf Karl den Großen („Charlemagne”) weiterhilft, für den es „vollkommen jenseits” seines Horizontes lag, „die Völker Europas zu einigen”. Auch der Wirkung nach habe er mit seinem Kaisertum, „ohne sich wohl dessen bewußt zu sein, weit mehr der Profilierung der lateinischen Gesamtkirche und deren langfristigem Wachstum gedient als dem Bestand [des] Reiches, das als politische Klammer noch im Laufe des neunten Jahrhunderts wieder zerbrach”.
Schieffers Anschlußthese: „Der Zusammenhalt der ... Völker im Mittelalter beruhte nicht auf einer übergreifenden politischen Ordnung, sondern - je länger, desto vollständiger - auf dem alle verbindenden Christentum”, was seinen Ausdruck im Begriff des Abendlandes fand. „Die Einheit stiftete ... der Papst als die einzige Autorität auf Erden, die in allen Ländern der lateinischen Christenheit anerkannt war”.
Zuletzt wird Schieffer eine reizende Schlußfolgerung aus seinen Erinnerungen ziehen: Im Blick auf die tatsächliche Geschichte Europas und „aus historisch-kultureller Sicht [ist] der Ausschluß Rußlands vom vereinigten Europa viel schwerer zu begründen als ein Ausschluß der Türkei. Läßt man aber ein Europa zu, das bis Wladiwostok reicht, dann liegt das andere Ende logischerweise in San Francisco”.
 
 




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