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Gerd B. Achenbach zu Platons "Symposium" / Vergegenwärtigung eines Klassikers (2)

Freitag-Vortrag am 30. September 2005
2. Abend: "Zweifacher Eros, zweifache Aphrodite und die Liebe als kosmisches Prinzip"
CD Nr. 140
Track 1:
Noch vor der Rede des Pausanias, dem Liebhaber des Gastgebers Agathon, eine kurze Erinnerung an das „Symposium” des Xenophon.
Track 2.
These: Die Faszination der Pausanias-Rede ist ihre Schlichtheit. Wie Pausanias, so denkt noch heute die Mehrheit über die Liebe. Der Grieche hat mythologisch differenziert, während wir heute begrifflich unterscheiden. So werden jetzt die zwei Aphroditen unterschieden.
Track 3:
Hesiods Geschichte der Aphrodite. Die „Schamgliedliebende”, da aus dem „Schamglied” des Uranos hervorgegangen. Vorgeschichte: Phönizische Fruchtbarkeitsgöttin, die unter vielen Namen in Vorderasien bekannt war: Astarte, Mylitta, Alitta, Anaïtis, Cybele, Isis. Die Vorgeschichte Uranos und Gäa. Gäas Verschwörung gegen Uranos nach Hesiod. Die Entmannung des Uranos durch den jungen Kronos im Auftrag der Mutter. Aphrodites mutterlose Geburt.
Track 4:
Aphrodite Urania, die Himmlische. Und die Schwundversion des Mythos bei Pausanias.
Track 5:
Die spätere (jüngere) Aphrodite als Zeus-Tochter: die „Allerweltsaphrodite” (pandemos) für die „Dutzendmenschen”. So wird die „gemeine” von der „höheren” Liebe unterschieden.
Track 6:
Inwiefern aus dieser Unterscheidung das pädagogische Programm hervorgeht. Was die Motive des Pausanias sind, zumal die Pädophilie der Erziehung zu unterwerfen. Allgemeine Bemerkungen zu der antiken Knabenliebe. Was sie einmal plausibel machte. Warum sie in Sparta entstand. Erfordernisse einer militärischen Demokratie. Versuch einer eigenen, spekulativen Erklärung für die griechische Knabenliebe: Die durchschnittlich hohe Altersdifferenz der heiratenden Paare machte erotische Kompensations- und Übergangs-Zeiten nötig. Die Knabenliebe als gesellschaftliche Initiation oder zweite Erziehung. Die pädagogische Unterscheidung des Pausanias: in der Liebe komme es nicht auf das „Ja oder Nein”, sondern auf das „Wie” an.
Track 7:
Die Bedeutung der Schönheit in der griechischen Klassik und deren Repräsentanz im jungen Mann. Das Problem: Die Zeit der Schönheit ist kurz. Wie läßt sich gleichwohl die Liebe auf Dauer stellen? Die Seele, vom Verfall der körperlichen Schönheit nicht betroffen, wird in den Mittelpunkt gerückt. Dieser Gesichtspunkt ist bei Xenophon sogar der Hauptgedanke des Sokrates selbst. Bemerkungen zum Sokrates-Schüler Xenophon. Sein partielles Recht. Ein Beispiel für dessen Einwände gegen das „bloß” körperliche Begehren. Möglicher, altersbedingter Schönheitsgewinn der Seele. Die in der Geschichte der Liebe traditionsbildende Abwertung des „Äußeren” zugunsten einer Aufwertung des „Inneren”.
Track 8:
Letzte Bemerkungen zu Pausanias: Diese Rede führt das unphilosophische Niveau vor. Vorphilosophisch ist die Naivität, mit der Unterscheidungen vorgetragen werden, die ihrerseits nicht gerechtfertigt werden können.
Track 9:
Das Zwischenspiel: Eigentlich wäre Aristophanes dran ... Die Komik dieser Gestalt von Anfang an. Wie statt dessen der Arzt Eryximachos eingeführt wird. Und dessen erste Unterscheidung: der „gesunde” und der „kranke” Eros. Die Rede wird komisch gestaltet. Eros als Ausgleich von Spannung und Entspannung. Die Spekulation des Eryximachos: Eros sei die Suche nach der Einheit aus dem Gegensatz. Zugleich gilt, daß der Gegensatz in der Einheit nicht verschwindet. Eine frühe Gestalt später entwickelter Dialektik. Außerdem: Alles - kosmischer Eros - werde davon bestimmt. Das Bild dafür wird aus der Musik genommen. Wie die Harmonie gegensätzlicher Stimmen bedarf, so lebt auch Eros von den einander zugeordneten Gegensätze. Eros als kosmische Harmonie in diesem weitesten Sinne.
Die Biologen beschreiben heute – im Grundsatz – ähnliches. So wird begriffen, daß das Verschwinden oder Abmildern der Geschlechterdifferenz die erotische Spannung mindert. Soziale Plausibilität dieser modernen Tendenz heute und ironische Rechtfertigung derselben.
 
 




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