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Gerd B. Achenbach: Der Fremde

Freitag-Vortrag vom 19.2.2016
CD Nr. 471
Um eines gleich eingangs klarzustellen: Die Ankündigung dieses Themas ist nicht der getarnte Versuch, an der gegenwärtig überall geführten Diskussion teilzunehmen, also „in Aktualität” mitzumischen. Nein, die ist mir vielmehr nur Anlaß, einmal weit zurück zu blicken und gewissermaßen an eine schwierige, uns inzwischen sogar peinliche anthropologische „Mitgift” zu erinnern.
Ich illustriere dies, indem ich die Eingangszeilen aus dem Artikel „Fremde” des seriösen, fünfbändigen Lexikons „Religion in Geschichte und Gegenwart” zitiere:
„Bei primitiven Stämmen ist der Fremde seiner Herkunft und seiner Gesinnung nach der »Feind«. Er wird aufrichtig gehaßt und, wenn man ihn in seine Gewalt bekommt, schonungslos getötet. Die Stammgemeinschaft bildet einen geschlossenen Kreis, einen eigenen Kosmos mit seinen Sitten, seinen religiösen Bräuchen und seinen Göttern. Was außerhalb dieses Kosmos liegt, ist Chaos, eine Umwelt, die zum Reiche der Dämonen gehört.
Das erklärt, weshalb die Fremden manchmal als tierisch, als richtige Ungeheuer betrachtet werden. Viele primitive Stämme bezeichnen sich als »die Menschen schlechthin«; wer nicht zu ihnen gehört, hat deshalb kein Anrecht auf den Namen »Mensch«. Der weitverbreitete Brauch, alle in einem Kampf gefangenen Gegner bis zum letzten Mann niederzumetzeln oder zu ertränken (auch von Germanen und Kelten wird er noch gelegentlich berichtet), darf nicht als ein Beweis ihrer barbarischen Gesinnung gelten; er ist einfach die Folge davon, daß man mit diesen Unmenschen, die für die eigene Gemeinschaft nur Unheil bewirken können, nichts anzufangen weiß. Dabei spielt eine bedeutende Rolle, daß man den Fremden gegenüber eine richtige Furcht hat. ... Die Ambivalenz der Haltung den Fremden gegenüber zeigt das Nebeneinander von lat. hostis und germ. gast.”
 
 




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