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Gerd B. Achenbach

Gute Vorsätze



„Philosophisch betrachtet”


Silvester vorbei, das Neue Jahr im Gang – ist das der rechte Augenblick, über „gute Vorsätze” nachzudenken? Oder ist das so komisch wie ein Zug, der mit sechswöchiger Verspätung einliefe?
Nein, nur Lebensdilletanten glauben, Vorsätze seien etwas für besinnliche Stunden im Jahreswechsel mit candlelight im Hintergrund. Aber das ist ein Schmarrn. Der Vorsatz, die verbindliche Absicht und ausgesprochene Selbstverpflichtung, ist eine Alltagsanweisung, und wer außerstande ist, heute, jetzt – einerlei wann – einen reiflich bedachten Vorsatz zu fassen, ihn in die Tat umzusetzen und ihm unbeirrbar treu zu bleiben, der schafft’s auch auf der Schwelle der Jahre nicht. Soviel vorweg.
Und nun zur Sache: Verwechseln wir einen Vorsatz vor allem nicht mit einem Wunsch! Als Beispiel: Kann man sich vornehmen, gesund zu bleiben? Eben nicht. Das wünschen wir uns bloß. Doch den Vorsatz fassen, etwas für seine Gesundheit zu tun, das kann man. Und lassen, was (wahrscheinlich) unserer Gesundheit schadet, gehört bekanntlich ebenfalls ins Ressort der Vorsätze und Entschlüsse. Oder hat schon einer das Rauchen aufgegeben, ohne sich den Ausstieg aus der community der Süchtigen streng und unerbittlich vorzunehmen?
Das Beispiel ist hilfreich, um uns klarzumachen: Vorsätze beziehen sich auf Verhaltensweisen, die als Regel wirken, im strengen Sinn als selbstgegebenes Gesetz, was korrekt Autonomie heißt oder Selbstbestimmung. Und da unsere Vorsätze das sind, was wir wirklich oder letztlich wollen, und da uns nichts so eigentümlich ist wie unser Wille, sind unsere Vorsätze in der Tat das Tor zur Selbstverwirklichung. Denn nur dort, wo unser Leben unseren besten Absichten entspricht, findet es zu einem eigenen, überzeugenden, wiedererkennbaren Stil, gewinnt es Form und Fassung. (Ein Wink für Marketing-Spezialisten ...)
Eine zweite Unterscheidung. Vom einen heißt es: „Der macht, was er will.” Von einem andern: „Er weiß, was er will.” Was ist der Unterschied? Dieser hat gründlich überlegt, was er will, hat gewissenhaft erwogen, was gut, was richtig, was angemessen ist, und nun tut er, was er sich entsprechend vorgenommen hat. Der andere hingegen ist der Sklave des jeweiligen Augenblicks, der flattert dorthin, wohin ihn seine Launen und Einfälle wehen, der läuft an der Leine seiner Stimmungen.
Hingegen gilt: Indem wir stark darin sind, unseren Vorsätzen die Treue zu wahren, wenn wir wissen, was wir wollen, und tun, was wir uns vorgenommen haben, wissen wir, wer wir sind.

Und nur, wer sich auf sich verlassen kann und darum in der Lage ist, für sich selber einzustehen, kann sich selber trauen. Nachsatz: Dem vertrauen auch die andern.


Erschienen in "Promotion Business" Nr. 01/08
 




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