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Philosophisches Seminar in Zusammenarbeit der Gesellschaft für Philosophische Praxis GPP mit der Thomas-Morus-Akademie in Bensberg und der VHS Neuss:

         Die Veranstaltung ist ausgebucht!


Samstag, den 24., und Sonntag, den 25. April 2010



               „Wenn der Geist heiligt, so ist jedes ächte Buch Bibel.”
                Novalis



Fürst Myschkin: ein Verrückter. Ein Heiliger



Dostojewskis visionärer Roman „Der Idiot”




Das ist kein Buch im landläufigen Sinn, sondern „ein Ärgernis und
eine Torheit ...” - um mit einer Anspielung zu reden.
Ein Werk, das zur philosophischen Herausforderung wird, indem es sich jedem gewöhnlichen - beispielsweise „psychologischen” - Verständnis widersetzt.

Nicht zuletzt aber wirkt dieses Buch verstörend (was es soll), weil es unsere westlich-europäische Zivilisation, diese letzte Ideologie, die sich berufen fühlt, die Welt zu erobern - diese Kuppelei von Geldwirtschaft, Zynismus, Rationalismus, wissenschaftlicher Betriebsamkeit und Verachtung alles Heiligen -, für ein Unglück und Verhängnis hält. Dostojewski: ein Visionär.

Ort: Thomas-Morus-Akademie/Kardinal-Schulte-Haus, Bensberg


Das Programm: Dostojewski, „Der Idiot”

1. Tag


14.00 Uhr Begrüßung und Einführung

        Das Ethos des Erzählens ist die Ausführlichkeit.
        Die „Tiefe” dieses Romans ist seine Breite.


Hegel liefert mit seinem kleinen Aufsatz „Wer denkt abstrakt?” einen ersten Schlüssel zum Verständnis dieses gewaltigen Romans von Fjodor M. Dostojewski. Wenn nämlich abstrakt zu denken die eigentliche Sünde ist, die Barbarei, das Pharisäertum, dann ist dieser Roman gerade umgekehrt die Erlösung aus aller Eilfertigkeit des Aburteilens und Bescheidwissens.
Es soll in dieser Einleitung aber auch darum gehen, einige markante Eigenwilligkeiten Dostojewskis zu verstehen; etwa: Daß der Autor eigene Überzeugungen zum Teil höchst unsympathischer Personen in den Mund legt, was Leser erfordert, die sich davon nicht irritieren lassen.

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Liebe aus Mitleid? Oder „hat auch Mitleid seine Grenzen”?
        Gibt es „Kundgebungen des Mitleids,
        welche die Würde eines unglücklichen Menschen” verletzen?


Der Roman wirft ein Problem auf, das mit großer Sicherheit heftige Kontroversen, wenn nicht sogar Streit auslösen könnte: Die Hochschätzung des Mitleids als Rechtfertigungsgrund der Liebe. Eine Frage nicht nur für den philosophischen Praktiker ...

18.00 Uhr Abendessen

19.30 Luis Buñuel: „Nazarin” (Ein Film)

Was Dostojewski mit seinem gewaltigen Roman versuchte - eine Vergegenwärtigung des Nazareners in einer außerordentlichen Gestalt, dem Fürsten Myschkin -, das hat Buñuel mit seinem „Nazarin” auf seine Weise ins Werk gesetzt, und dies mit kargsten Mitteln: in kleinem 32-mm-Format und in Schwarz-Weiß. Auch Buñuels Don Nazario ist ein „Idiot” im Dostojewskischen Sinn.

Im Anschluß: Freies Abendrunden-Gespräch.


2. Tag


Frühstück für Übernachtungsgäste von 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr
8.00 Uhr Eucharistiefeier in der Edith-Stein-Kapelle

9.45 „Ja, an etwas glauben! An jemand glauben! Aber ...”

Selbstverständlich - denn unser Autor ist eben Fjodor M. Dostojewski ... - durchziehen auch diesen Roman die aufregendsten Gespräche über den Glauben, den Unglauben oder die Verzweiflung des Glauben-Wollens und nicht Könnens. Auslöser solcher Gespräche sind hier oftmals Gemälde, etwa Holbeins „Toter Christus im Grabe” aus dem Freiburger Dom.
Wir werden uns dieses erschreckende Gemälde sehr genau ansehen und fragen, warum Dostojewski eben dieses Gemälde wählte, um die Glaubensfrage damit zu verknüpfen.

11.15 Uhr Kaffee- und Teepause

11.30 Ein Mord ist nicht ein Mord, ein Mörder nicht ein Mörder
        Auch „Der Idiot” ließe sich als „Kriminalfall” lesen
             - und mißverstehen ...


Was ist von jenem denkwürdigen, erschütternden ‒ manche meinen: skandalösen - Schluß des Romans zu halten, den Dostojewski bereits sehr früh vor Augen hatte? Die Frage ist von größtem Gewicht, denn in gewissem Sinn ist der gesamte Roman als Vorbereitung dieser unheimlichen Schlußszene zu lesen.

13.00 Uhr Mittagessen

14.00 Fürst Myschkin: ein Verrückter? Ein Heiliger?

Zum Abschluß des Seminars wird einer offenen Gesprächsrunde die Aufgabe zufallen, zu klären, was uns Dostojewski mit diesem Roman und seinem sonderbaren „Helden” eigentlich zugemutet hat. Ist dieser Myschkin der „wahrhaft schöne Mensch”, den der Autor in seinen privaten Aufzeichnungen „Fürst Christus” nannte? Was heißt da „schön”?
„Alle Dinge und Menschen” in diesem Werk „gravitieren ... gegen diesen Einen”, meinte Walter Benjamin in dem Essay, den er dem Roman widmete. Dann fragt sich: Wer ist „dieser Eine”?


15.30 Uhr Kaffee und Tee
Ende der Tagung

Leitung und Gestaltung: Dr. Gerd B. Achenbach
Veranstalter: Thomas-Morus-Akademie Bensberg, Katholische Akademie im Erzbistum Köln (in Kooperation mit der Gesellschaft für Philosophische Praxis GPP und der VHS Neuss).
Tagungsort: Thomas-Morus-Akademie Bensberg/Kardinal-Schulte-Haus, Overather Straße 51-53, 51429 Bergisch
Gladbach, Telefon 0 22 04 - 40 80.

Die Anmeldung Ihrer Teilnahme
ist bequem möglich auf der Internetseite der vhs-Neuss: Gehen Sie dort auf "Suche", geben Sie in der sich dann öffnenden Maske "Achenbach" als Dozenten-Name ein, und Sie werden zu der gesuchten Seite gelangen.

Achtung! Die letzten Veranstaltungen, die ich in der Thomas-Morus-Akademie ausgerichtet habe, waren alle rasch aus- und überbucht, so daß bei weitem nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten. Es empfiehlt sich also eine rasche Anmeldung ...

Kostenbeitrag:
Eur 130,00 (Tagungsbeitrag, Verpflegung und Übernachtung);
Eur 125,00 (Tagungsbeitrag, Verpflegung, aber ohne Übernachtung/Frühstück).

Ermäßigter Kostenbeitrag: Bitte erfragen.

Bitte entrichten Sie den Kostenbeitrag bei der Ankunft.

Für Übernachtungsgäste stehen die Zimmer in der Regel von 15.00 Uhr am Anreisetag bis 10.00 Uhr am Abreisetag zur Verfügung.

Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass aufgrund des pauschalierten Kostenbeitrages keine Erstattungen erfolgen können, wenn einzelne Leistungen nicht in Anspruch genommen werden.

Rücktrittsbedingungen
Bei nachträglicher Verhinderung bitten wir um Nachricht bis fünf Tage vor Tagungsbeginn. Andernfalls müssen wir Ihnen den vollen Kostenbeitrag in Rechnung stellen. Sie haben jederzeit die kostenfreie Möglichkeit, eine(n) Ersatzteilnehmer(in) zu benennen.

Bürozeiten der Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr
Freitag 8.00 bis 14.30 Uhr

Wegbeschreibung
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
- Von Köln: Schnellbuslinie 40 (Abfahrt in Köln am Busbahnhof), Weiterfahrt ab Bensberg-Busbahnhof mit der Linie 420, Ankunft am Eingang des Kardinal-Schulte-Hauses, Haltestelle „Thomas-Morus-Akademie“ (Fahrzeit insgesamt ca. 30 Minuten).
- Die Straßenbahnlinie 1 fährt von Köln (Neumarkt) bis Endstation Bensberg, weiter mit der Buslinie 420 oder 227 oder von dort Fußweg (15-20 Minuten).
- Wie das Tagungszentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann, haben wir in einer ausführlichen Übersicht (Fahrplanauszüge) zusammengestellt. Sie kann mit einem Vermerk auf der Anmeldekarte bei uns angefordert werden.

Mit dem PKW über die A4 zur Ausfahrt: Moitzfeld (Nr. 20). Bei der ersten Kreuzung links einbiegen, nach rund 400 m unmittelbar vor der nächsten Ampel rechts in den Torbogen einfahren.


Wer Fragen hat, kann sich gern telefonisch an mich wenden (Achenbach, 02202 59646)!

Wer sich den Ort der Veranstaltung einmal ansehen möchte, findet die betreffende Seite hier.
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